Ringelnattern





Ringelnattern sind semiaquatisch, dass heißt sie leben sowohl im Wasser als auch an Land.
Sie sind wechselwarme Tiere und benötigen am morgen Sonnenwärme um aktiv zu werden. Besonders aktiv ist sie vormittags und in den frühen Abendstunden.

Werden sie gestört, ergreifen sie die Flucht und ziehen sich in eine Bodenhöhle oder in dichtes Gestrüpp zurück. Sind sie an der Flucht gehindert, nehmen sie eine Angriffsstellung ein. Hierbei flachen sie ihren Kopf ab und gehen in eine Art S-Stellung, die sehr der einer Kobra ähnelt. Dabei stoßen sie mit dem Kopf in Richtung des Angreifers (ein paar Zentimeter neben das Ziel), was oft so aussieht als würden sie beißen wollen. Da das Maul dabei geschlossen bleibt, handelt es sich hierbei um eine reine Droh-Gebärde. Fasst man sie dennoch an können sie ihre Analdrüsen entleeren, was wirklich furchtbar stinkt.

Reicht das nicht aus dreht sie sich auf den Rücken und läßt dabei die Zunge heraushängen. Dieses Verhalten wird als "Akinese" bezeichnet.
In extremen Fällen lässt sie sogar Speichel mit Blut aus dem Maul tropfen. So wird dem Gegner vorgetäuscht er hätte eine tote verweste Schlange vor sich.

Quelle: S.Schmidt/A.Mohr www.herpshots.de



Aus verschiedensten Studien ist bekannt, dass in natürlichen Ringelnatter-Populationen die meisten Verletzungen am Schwanz auftreten.
Solche Verletzungen sind vorwiegend auf Vögel zurückzuführen.
Die Schwanzspitze heilt in der Regel gut und relativ schnell, und auch bei nah an der Kloake liegenden Verletzungen besteht eine realistische Chance, dass die Tiere die Verletzung nicht nur überleben, sondern sich auch weiterhin fortpflanzen können.
Viele Nattern reagieren beim Berühren mit einem heftigen Schwanzschütteln.
Hierdurch wird die Aufmerksamkeit des Prädators auf den sich bewegenden Schwanz gerichtet, und dadurch werden die empfindlicheren Körperteile geschützt.


Sie verfügen über eine Giftdrüse (sogenannte Duvernoy´sche Drüsen ), die jedoch nur ein schwaches und für den Menschen ungefährliches Gift absondern kann.
Das Gift befindet sich im Speichel des Tieres und vermag lediglich kleine Beutetiere zu lähmen, wobei allerdings vermutet wird, dass es primär der Vorverdauung dient.
Der Unterschied zu den eigentlichen Giftschlangen besteht darin das ihnen a) die Giftzähne und b) die Giftkanäle fehlen. Somit wird das Gift bei einem Biss mit dem Speichel vermengt und extremst verdünnt, so dass keine Giftwirkung für Menschen oder Haustier feststellbar ist.


Ringelnattern sind durch ihr Beutespektrum sehr stark an feuchte Lebensräume gebunden. Sie leben vorzugsweise in der Nähe von Gewässern und können gut schwimmen und tauchen. Aber auch weitab von Gewässern findet man sie in feuchtem Gelände. Leider werden diese immer mehr durch Entwässerung von Feuchtgebieten oder Regulierung der Flüsse zerstört. Um bei Gefahr schnell abtauchen zu können müssen immer Flucht- und Deckungsmöglichkeiten vorhanden sein.

Neben geeigneten Jagdhabitaten, einer hohen Zahl an Sonnenplätzen sowie potentiellen Überwinterungsquartieren sind vor allem mögliche Eiablageplätze wichtige Habitatstrukturen in einem guten Ringelnatterbiotop.
Vermutlich nutzen Ringelnattern Totholz vermehrt als Ablagesubstrat, wenn keine günstigeren Strukturen, wie Kompost- oder Dunghaufen sowie Schnittmaterial- oder Grasschnitthaufen vorhanden sind.

Quelle: A.Schmid




Die Bestände sind zwar noch nicht stark bedroht, aber in vielen Bundesländern immer rückgängiger! Darum steht die Ringelnatter ausdrücklich unter Naturschutz!

Ihre Lebensräume erstrecken sich von Biotopen, Flüssen, Seen oder Bächen bis hin zu Steinbrüchen und Kiesgruben. Künstlich erstellte Biotope helfen zwar, können aber keinen Ersatz dafür bilden.



Feinde
Ihre natürlichen Feinde sind besonders Katzen, Igel und Raubvögel, aber auch Möwen,Reiher und Krähen sowie Fuchs, Wiesel und Wildschweine gehören dazu. Im Wasser sogar Enten und Schwäne.
Während ihrer Winterruhe werden sie auch von Ratten und Käfern angefressen

Die größte Bedrohung für diese Tiere geht allerdings vom Menschen aus !




Artenschutz

Die Ringelnatter ist durch die Zerstörung ihrer Lebensräume durch den Menschen und dem damit verbundenen verschwinden ihrer Nahrungsquellen, den Amphibien, immer mehr bedroht.
Der Schutz der verbliebenen Lebensräume ist daher zwingend erforderlich.

Es gibt viele Tierschützer die meinen sie helfen bedrohten Arten, indem sie legale Nachzuchten wieder auswildern.
Dies ist leider ein großer Irtum, denn nur ein sehr geringer Teil davon hat eine Überlebenschance, da die Aussetzungen meist ohne Kenntnisse über die Art und deren Ansprüche ausgeführt wird.
Es würde viel mehr bewirken umfangreiche Renaturierungen bzw. Aufwertungen ihrer Habitate durchzuführen, indem man ihre natürlichen Habitate in Ursprungsform wiederherstellt.
Diese wieder neu geschaffenen Flächen bieten die Möglichkeit, die Habitatqualität auf eine Zielart ausgerichtet kontrolliert zu verändern.
Somit würden auch die Amphibien sich wieder ansiedeln und die natürliche Population könnte sich von ganz alleine erholen.


Meiner Meinung nach müßte die Naturschutzbehörde viel mehr Artenhilfsprogramme erarbeitet um die noch vorhandenen Ringelnatter-Populationen langfristig zu sichern.
Die Menschheit kann ihre Furcht vor Schlangen nur endgültig meistem, indem sie endlich ihrer Unkenntnis überwindet. Wir brauchen einfach mehr Naturwarte, aber auch freiberufliche Menschen, die die Leute durch Informationen und Führungen bereichern.
Es darf nicht sein, dass immernoch Ringelnattern aus Unwissenheit und Furcht erschlagen werden. Dass im Gartenteich ein paar Goldfische fehlen, ist das Schlimmste, was passieren kann.
Man hört immer wieder Sätze von Menschen die eine Schlange erschlagen haben wie: "Ich dachte die sei giftig".
Wie man aber eine Ringelnatter mit z.b. einer Kreuzotter verwechseln kann wird mir immer ein Rätsel bleiben. Was nicht heissen soll dass ich es für gut heiße wenn man Kreuzottern erschlägt.
Das einfachste Erkennungsmerkmal sind die Augen.

Giftige Schlangen haben eine senkrechte Spaltpupille. Ungiftige eine runde.Dies gillt allerdings nur für bei uns einheimische Giftschlangen wie z.B.der Kreuzotter oder Aspisviper. Es gibt durchaus auch giftige Exemplare mit runden Pupillen.




Viele Gartenbesitzer könnten schon helfen, indem sie ihren Gärten nicht immer akurat anlegen und alles super aufräumen.
Warum kann man in einem ruhigen Bereich nicht einfach mal ein Laub- oder Steinhaufen sitzen lassen ?
Dieser wird garantiert nicht nur von Ringelnattern gern genutzt. Auch Molche,Eidechsen,Blindschleichen oder Igel freuen sich über solch eine Überwinterungsmöglichkeit.

Welcher Gartenbesitzer freut sich denn nicht über einen Igel in seinem Garten ? Einen besseren Schneckenvernichter bekommt man nicht mal für Geld.
Aber warum bloß freut sich kaum jemand über eine Ringelnatter im Teich ? Das ist doch ein Zeichen dass beim Anlegen des Gartens etwas richtig gemacht wurde.

Wer diese Seite aufmerksam gelesen hat sollte nun wissen dass eine Ringelnatter überhaupt nicht gefährlich ist und keinesfalls erschlagen oder verjagt werden muß.


Peter Krauß hat einen sehr treffenden Artikel über die Wichtigkeit der Gartengestaltung geschrieben
So mancher Gartenbesitzer sollte sich diesen aufmerksam durchlesen und danach etwas in sich gehen.







Das Reptilium in Landau hat 2013 ein Projekt ins Leben gerufen um Menschen unsere "einheimischen" Reptilien etwas näher zu bringen.
Viele Menschen wissen nicht einmal wie diese aussehen oder dass sie absolut ungefährlich sind.

Durch die freundliche Bereitschaft der Stadt Landau ist es dem Reptilium gelungen, das Gelände um fast 800 qm zu erweitern.
Diese Fläche soll ausschließlich den hier ansässigen Reptilien- und Amphibienarten gewidmet werden, um sowohl den pädagogischen als auch den ökologischen Prinzipien zu entsprechen, die sich das Reptilium gesteckt hat.
Um das neue Terrain zu erschließen, ist voraussichtlich mit einem finanziellen Aufwand von etwa zweihunderttausend Euro zu rechnen.
Dabei sind die Betreiber des Terrarien- und Wüstenzoos auf die Mithilfe von gewerblichen Sponsoren und auch privaten Tierliebhabern angewiesen.
Wenn Sie Interesse haben, dieses Artenschutz-Projekt zu unterstützen, dann können Sie gern einen Betrag Ihrer Wahl auf folgendes Spendenkonto überweisen:


Kontonummer: 103 228 940
BLZ: 548 623 90
Institut: Raiffeisenbank Herxheim





Warum ist die Ringelnatter ein Charaktertier des Spreewaldes?

Die Ringelnatter ist die Hauptfigur in einer der bekanntesten Spreewaldsagen. Die Sage des "Schlangenkönigs" ist elementares Kulturgut dieser Region. Die Ringelnatter ist bis heute der Schutzpatron der Spreewaldbewohner und wird deshalb bis heute verehrt.





Info für Teich und Gartenbesitzer

  • Ringelnattern sind weder für Kinder, noch für Haustiere gefährlich.

  • Sie sind nicht giftig und beißen nicht

  • Ringelnattern haben mehr Angst vor ihnen als sie vor ihr. Lässt man sie in Ruhe verschwindet sie von ganz alleine.

  • Möchte man ein Tier einfach nur aus dem Garten vertreiben reicht es meist aus kräftig aufzustampfen.

  • Sie fressen durchaus auch Fische aus ihrem Teich, allerdings ist sie nur in der Lage kranke oder schwache Fische zu erbeuten.

  • Es ist verboten sie in freier Natur einzufangen, umzusiedeln oder zu töten. (WA3, EUV-C) Zuwiderhandlungen können strafrechtlich verfolgt werden.

  • Wird ein Exemplar z.b. im Keller gefunden bitte in geeignetem Gebiet freilassen (Biotope, Naturschutzgebiet, fernab von Strassen)

  • Wer nicht weiß wie er sich bei einem Fund verhalten soll kann mich gern kontaktieren

  • Privatpersonen ist es nicht gestattet Ringelnattern umzusiedeln. Bevor sie allerdings aus Unwissenheit oder Angst getötet werden ist dies die weit bessere Alternative. Hierfür wenden sie sich bitte an die Polizei. Diese hat Kontaktadressen zu Personen wie mich, die registriert und dazu berechtigt sind.



    Prinzipiell sollte sich jeder Gartenbesitzer über einen Besuch dieser bedrohten Art freuen. Dies zeugt von der hohen Lebensqualität ihres Gartens.





    Wie verhalte ich mich bei der Begegnung mit einer Ringelnatter?

    Werden Ringelnattern von Menschen überrascht, so verharrt sie häufig einfach an Ort und Stelle.
    Sie setzt ihren Weg meist von alleine fort wenn sie erkannt hat, dass ihr keine Gefahr droht.
    Man sollte einfach weiter gehen und dem Tier somit die Möglichkeit lassen selbst flüchten zu können.
    Ringelnatter beißen Menschen nur in sehr seltenen Fällen. Hierbei handelt es sich eher um Scheinangriffe, bei denen am Ziel vorbei zugestossen wird.
    Da die Ringelnatter auf diversen Roten Listen für gefährdete Tierarten steht und durch Naturschutzgesetze und Verordnungen geschützt wird, darf sie weder verfolgt noch belästigt werden.
    Wer eine Schlange trotzdem fängt, sie verletzt oder sogar tötet, handelt grob gesetzeswiedrig.



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