Quelle: A.Schmid



In freier Wildbahn ernähren sich Ringelnattern überwiegend von Amphibien und Fischen. Bevorzugt werden hier Wasser- u. Braunfrösche sowie Kaulquappen.
Im Frühjahr zählen auch Kröten, Molche, Blindschleichen und Eidechsen zu ihrem Beutespektrum. Das Fressen von von Salamandern und Unken kommt aufgrund der starken Hautgifte nur selten vor.

Frösche werden in einem Stück, in der Regel von hinten, verschlungen
Das ist für sie bei manchen Fröschen lebenswichtig, denn die setzen sich zur Wehr, indem sie sich mit Luft voll pumpen.
Wird ein derart aufgeblasene Frosch aber von hinten gefressen, wird die Luft durch sein Maul wieder herausgepresst.

Ringelnattern können bis zu 20 Minuten unter Wasser tauchen.
Hierfür haben sie ein sackförmiges Reservoir im hinteren Teil der Lunge entwickelt, in dem die Luft sozusagen "gespeichert" wird.
Dieses Reservoir ermöglicht ihnen solch lange Tauchgänge, andererseits ist es von Nöten, da während der Nahrungsaufnahme die Atemwege je nach Größe der Beute vollständig verschlossen sein können.

Eine weitere Besonderheit ist die Anatomie des Schädels.
Der rechte und linke Unterkiefer sind lediglich durch elastische Bänder miteinander verbunden und können unabhängig voneinander bewegt werden.
Dies ermöglicht der Ringelnatter, eine Erdkröte zu verschlingen, die ein Mehrfaches des Umfangs seines Räubers aufweisen kann.

Junge Ringelnattern mit geringer Körpergröße ernähren sich vornehmlich von Wasserorganismen, wie Jungfrösche – bzw. Jungkröten und deren Larven und sind dadurch stärker an Stillgewässer gebunden.
Adulte, dementsprechend größere Ringelnattern folgen den Adultstadien von Grasfrosch und Erdkröte nach deren Eiablage am Gewässer in deren Landlebensräume


Ringelnattern sind kaum in der Lage gesunde Fische zu erbeuten. Da sie wenn überhaupt nur kranke oder verletzte Fische fängt wird sie von vielen auch Gesundheitspolizei genannt.
Ich werde immer wieder gefragt ob man seine Natrix nicht mit Goldfischen füttern könne, da diese leicht zu beschaffen bzw. züchten sind.
Ganz klare Antwort hierauf...NEIN, bzw. nur bedingt.
Das in Karpfenfischen vorkommende Enzym, Thiaminase, ist dafür verantwortlich, dass Vitamin B abgebaut wird. Aufgenommen wird dieses hauptsächlich durch ihre pflanzliche Nahrung.
Wer unbedingt Goldfische verfüttern will sollte unbedingt Vitamin B zufüttern oder abwechselnd Mäuse füttern.




Bei Terrarienhaltung dürfte die Beschaffung von Amphibien sehr schwer werden, da man diese nicht einfach aus der Natur entnehmen darf.
Aus diesem Grund sollten Jungtiere auch an Fische (z.B. Stinte, Rotaugen, Moderlischen) und Babymäuse gewöhnt werden.
Babymäuse sollte man allerdings, bedingt durch ihre Größe, erst im 2. Lebensjahr verfüttern oder in Stückchen anbieten.. Wird diese nicht angenommen kann man sie an einem Fisch reiben, damit diese dessen Geruch annimmt. In den meisten Fällen klappt das ganz gut.
Gefüttert werden Jungtiere alle 3-5 Tage, je nachdem wie viel sie zuvor gefressen haben. Adulte füttere ich je nach Wetter etwa alle 7-10 Tage. Grundsätzlich gilt abzuwarten bis sie abgekotet haben.

Gut beschaffbare Futtertiere sind Krallen / Zwergkrallenfrösche. Sie vermehren sich sehr gut in einer kleinen Futterzucht und sind als kleinere Exemplare als Lebendfutter erhältlich (von den größeren sollten die Krallen entfernt werden, da diese, wenn sie zu gross werden zu Verletzungen führen können).
Krallen/Zwergkrallenfrösche bzw. Stücke davon sind auch super, um mäkelige Wassernattern überhaupt zum Fressen zu bewegen.
Man kann die beiden Arten unterscheiden, indem man sich die Hände anschaut. Bei einem Zwergkrallenfrosch befinden sich zwischen den Fingern Schwimmhäute, bei einem Krallenfrosch nicht. Zwergkrallenfrösche (Hymenochirus, max. 3-4 cm) und Krallenfrösche (Xenopus, max. 13-16 cm).

Diese sollen natürlich nicht als Hauptbestandteil, sondern lediglich als Ergänzung oder "Leckerli" zwischendurch angeboten werden.



Ich füttere meine NZ, indem ich Stinte in kleine Stücke schneide und diese zusammen mit Pinkies in einer glasierten Tonschale ins Terrarium stelle.
Man kann den Stint auch einfach ins Wasserteil werfen, allerdings wird das Wasser sehr schnell schmierig und fängt an zu stinken.Wer also nicht gern sein Becken schrubbt wählt erstere Methode

Durch die Haltung im Freilandterrarium konnte ich erhebliche Unterschiede in Fütterungsintervall, sowie der Futtermenge feststellen. Der Futterbedarf war etwa nur halb so hoch wie im Zimmerterrarium und dürfte der Nahrungsaufnahme im Biotop entsprechen.

Meine Strumpfbandnattern sind wesentlich gierigere Fresser. Die Ringelnattern kommen grundsätzlich erst zum Schluß und müssen sehen was übrig geblieben ist. Man muß natürlich darauf achten, dass sie nicht zu kurz kommen.
Seit die Ringelnattern im großen Freilandterrarium sind konnte ich vermehrt beobachten, wie sie im Teich nach Bitterlingen und Rotaugen jagen.
Da deren Bestand gewaltig abgenommen hat scheinen sie doch bessere Fischfänger zu sein als angenommen.
Zusätzlich werden sie mit Mäusen und Fisch (Frostfutter) gefüttert,



Kannibalismus:

Mir persönlich sind keine Fälle von Kannibalismus bekannt.
Jedoch kann es vorkommen wenn kleine und adulte Tiere zusammen fressen, dass die kleinere aus Versehen mitgefressen wird wenn sie sich in das gleiche Futtertier verbeißen.


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