Ringelnattern verpaaren sich nach der ersten Frühjahrshäutung im April und Mai.
Obwohl meist weit mehr Männchen als Weibchen dort zusammentreffen kommen Beißereien zwischen den Rivalen nicht vor.

Quelle: Naturfoto.cz




Die Männchen werden mit 3-4 Jahren geschlechtsreif, Weibchen erst mit 4-5 Jahren.

Vor der Kopulation werben die Männchen durch intensives Bezüngeln und ruckartige Bewegungen beim Überkriechen des Weibchens oft stundenlang um dessen Gunst.
Kopulierende Pärchen bleiben längere Zeit verbunden, wobei die Kopulationsorgane des Männchens (Hemipenes) in die Kloake des Weibchens verhakt sind..
Bei Gefahr flieht das Weibchen und zieht das Männchen dabei hinter sich her.

Hier ein interessantes Video:

Schlangentempel - MyVideo

Zur Eiablage im Juli bis August müssen die Weibchen oft große Strecken zurücklegen um geeignete Eiablageplätze zu finden.
Optimal hierfür sind verrottete organische Materialien wie z.B. Komposthaufen oder vermoderte Bäume, die durch die Gärung Eigenwärme produzieren.


Dieses Foto zeigt einen solchen Ablageplatz, bestehend aus Grüngutabschnitt, Ästen und Stroh.(etwa 4x4m, 1,5m hoch). Dort werden jedes Jahr kontinuierlich Eier abgelegt.


Ein einzelnes Weibchen legt im Durchschnitt zwischen 10 und 50 Eiern. Bevorzugt werden die Eier an Stellen abgelegt, an denen bereits Eier abgelegt wurden, da hier optimale Bedingungen herrschen. So kann es passieren, dass an solchen Orten mehrere hundert Eier zu finden sind. Meines Wissens nach war der Größte Fund 4000 Eier an einem einzigen Ablageplatz.


Quelle: Naturbilder-Hemmer


Die ersten Jungschlangen schlüpfen dann bereits selbständig nach einer Reifezeit von 8 bis 10 Wochen, je nach Temperatur, mit einer Länge von 13-20 cm und einem Gewicht von 2-4 Gramm.
Die Eischale wird dabei mit ihrem Eizahn aufgeschnitten. Dieser fällt kurze Zeit später ab.


Quelle: Naturbilder-Hemmer


Sie verbleiben oft bei dem Gelege und gehen, teilweise ohne Nahrungsaufnahme, in den Winterschlaf

Nachzuchten müssen bei der zuständigen Behörde angemeldet werden. Zuständig dafür ist die untere Naturschutzbehörde bzw. das für den Bezirk zuständige Regierungspräsidium




Geschlechtsbestimmung

Bei adulten Exemplaren ist der Unterschied alleine durch die Größe und Länge sehr gut zu sehen, wodurch ein sondieren eigentlich unnötig ist.
Zur Sondierung wird mittels einer Knopfsonde überprüft ob Hemipenistaschen vorhanden sind. Die Öffnungen der Tasche liegen schwanzabwärts rechts und links in den Kloakenwinkeln. Bei adulten Männchen kann die Sonde weiter eindringen, bei Weibchen dringt die Sonde kaum ein da ihre Hemiclitorise nur einen sehr kleinen Hohlraum aufweisen. Dies sollte aber nur von einem erfahrenen Halter bzw.Tierarzt durchgeführt werden

Einige Experten sind der Meinung, dass die Männchen häufiger leuchtendere Mondflecken aufweisen. Dies ist allerdings kein verlässliches Erkennungsmerkmal.

Bei juvenilen ist es schon schwieriger.
Die bei anderen Schlangenarten bewährte Methode des „poppens“ kann hier durch die kräftige Schwanzmuskulatur nur schwer angewandt werden. Es ist für geübte zwar machbar, allerdings mit erheblichem Stress für das Tier verbunden.
Hierbei wird versucht vom Schwanzende her leichten Druck kurz vor der Kloake in Richtung Kloake auszuüben und somit die Hemipenes des Männchens herauszumassieren.

Als alternative Methode kann man sich den Schwanz näher betrachten.
Männchen haben einen längeren Schwanz mit einer kleinen „Einschnürung“, da sich ihre Fortplanzungsorgane im Übergang vom Körper zum Schwanz befinden. Weibchen haben einen kürzeren Schwanz der sich schnell und gleichmäßig verjüngt.
Anhand der Zahl der Schwanzschilder (Schuppen ab dem Afterschild schwanzabwärtz) kann man so anhand einer abgestreiften Haut relativ einfach das Geschlecht bestimmen. Der Mittelwert bei Natrix natrix liegt bei Männchen bei 71 (65-76), bei Weibchen bei 59 (53-64) Schwanzschildern.




Altersbestimmung durch Dotterstieldurchbruch

ECKSTEIN (1993) weist darauf hin, dass die von ihm untersuchten Schlangen bis ins erste Lebensalter und einer Körpergröße von bis zu 30 cm über einen „Nabelschlitz“ verfügen.
Nach GOLDER (1996) kann der Längsschlitz als Nachweis für eine sehr junge Schlange dienen. Hierbei achtet man auf die geteilen Bauchschuppen in dem Bereich von der 17. bis zur 29. Ventralschuppe oberhalb der Kloakenöffnung, die die ehemalige Position des Dotterstieldurchbruchs widerspiegeln.
Genauere Untersuchungen zur Altersbestimmung mit Hilfe der Dotterstieldurchbruchstelle bei Ringelnattern oder anderen Schlangen sind bisher allerdings nicht bekannt.
Erstmals konnte mit dieser Untersuchung damit eine Möglichkeit aufgezeigt werden, eine grobe Einteilung zwischen subadulten (< 50 cm) und adulten (> 50 cm) Ringelnattern durch eine einfache Überprüfung der Dotterstieldurchbruchstelle im Feld zu dokumentieren.



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